Interview von und mit Cheftrainer Frank Gentges

Wir sprachen mit Cheftrainer und Sportmanager Frank Gentges über die gerade beendete Hauptrunde und die anstehende Meisterrunde.

Herr Gentges, Sie sind mit der jüngsten Mannschaft der Liga und der Saisonzielsetzung, nach der Hauptrunde irgendwie unter die Top-8 Mannschaften zu kommen, in die Saison gestartet. Gratulation, dass Ihnen dies sehr eindrucksvoll gelungen ist. Was waren die Hauptgründe dafür?

Wir haben sportlich hervorragend gearbeitet, sind größtenteils von Verletzungen und Krankheiten verschont geblieben und haben zur Auffüllung unseres quantitativ kleinen Kaders entsprechende Förderlizenzspieler abgestellt bekommen. Spieler wie Erk, Niederberger, usw. gehören uns nicht und werden von uns auch nicht bezahlt. Somit konnten wir uns mit einem Punkteschnitt von 2,03 unter den Top-Teams der Liga, mit erheblich höheren Etats und viel erfahreneren Kadern, etablieren und einige davon noch deutlich hinter uns lassen.

Selbstverständlich ist auch bei uns absolute Priorität zu punkten, aber wir dürfen unsere Philosophie, junge deutschen Spieler für höhere Ligen auszubilden, nie aus den Augen verlieren und die Weiterentwicklung dieser Spieler ist vergleichbar optimal. Während bei anderen Teams diese Spieler neben den 15 Ü-Spielern meist nur Beiwerk sind und kaum Eiszeit bekommen, besetzen sie bei uns Führungs- uns Schlüsselpositionen mit enormer Eiszeit.

Was erwarten Sie von der Meisterrunde?

Wir haben unser Saisonziel mehr als erreicht. Was jetzt kommt ist Zubrot. Für unsere junge Mannschaft ist es eine optimale Möglichkeit sich gegen die Top-Teams zu zeigen und weiterzuentwickeln. Jedenfalls gehen wir in kein Spiel als Favorit.

Wir im sportlichen Bereich können das alles sehr gut einschätzen. Alle anderen sollten nie vergessen wo die Moskitos herkommen und wie ich immer sage, man hat nur eine positive Zukunft, wenn man die Vergangenheit versteht. Leider ist das bei gewissen ahnungslosen  Leuten nicht der Fall.

Können Sie das konkretisieren?

Als ich vor drei Jahren nach Essen kam, standen die Moskitos in der Oberliga-West, die nicht ansatzweise das Niveau der jetzigen Oberliga-Nord hatte, unter ferner Liefen, ganz zu schweigen von der wirtschaftlichen Situation. In meiner ersten Saison haben wir dann in dieser Oberliga-West hinter Duisburg den zweiten Platz erreicht. Nach dieser Saison haben sich neben uns nur Herne und Duisburg für die neue Oberliga-Nord qualifiziert, alle anderen spielen jetzt unterklassig. In der letzten Saison haben wir dann auf Grund der finanziellen Situation eine vollkommen alternativlose Philosophie, mit der jüngsten Mannschaft der Liga und der Weiterentwicklung junger deutscher Perspektivspieler in Verbindung mit unseren Kooperationspartnern aus der DEL und DEL 2, entwickelt und eine starke Saison gespielt. In dieser Saison haben wir uns um weitere 4 Plätze verbessert. Somit haben wir uns in den letzten drei Jahren sportlich kontinuierlich verbessert und genau das ist der Grund, warum sich die Moskitos auch wirtschaftlich stabilisiert haben, ohne natürlich mit den Möglichkeiten der Konkurrenz mithalten zu können. Das Preis-Leistungsverhältnis ist vollkommen ausgereizt, somit geht jede weitere sportliche Steigerung nur einher mit einer wirtschaftlichen Steigerung. Gewisse Leute meinen aber noch mehr Stufen auf der Leiter nach oben überspringen zu müssen als wir das ohnehin schon tun und wo das insbesondere in Essen hinführt ist ja aus der Vergangenheit hinlänglich bekannt. Diese ahnungslosen Leute haben jedenfalls nichts aus der Vergangenheit gelernt und leben in einer vollkommen unrealistischen Welt. Eigentlich sollte man auf Grund der Moskitos Vergangenheit, überaus glücklich sein, dass es hier überhaupt noch Eishockey auf diesem Niveau gibt.

Die Pree-Play-Offs sind mit Erreichen der Meisterrunde schon gesichert, was eine gewisse Sicherheit gibt. Gibt es Möglichkeiten das interne Niveau noch zu steigern?

Die jungen Spieler machen alle einen hervorragenden Job mit einem super Preis-Leistungsverhältnis. Dies gilt bis auf 2 bis 3 Spieler auch für die erfahreneren Spieler. Und diese 2-3 Spieler, die alleine schon auf Grund ihres Gehalts Top-Scorer sein müssten und die Mannschaft führen müssten, sind unser Problem. Eishockey ist ein Statistik-Sport und deren Zahlen stimmen weder offensiv noch defensiv. Während bei anderen Teams diese Führungsspieler als „Scorer-Monster“ ihren Job machen und die gesamte Mannschaft mitreißen, treffen diese Spieler bei uns nichts und kassieren noch die meisten Gegentore. Trotzdem haben wir die drittwenigsten Tore der Liga kassiert, daran sieht man mal wie gut wir gearbeitet haben. Aber eine interne Steigerung ist nur Möglich wenn die Zahlen dieser entsprechenden Spieler im Verhältnis zur Konkurrenz endlich mal wenigstens ansatzweise stimmen. Genügend Chancen dafür kreieren wir jedes Spiel und genügend Eiszeit dafür haben sie alleine schon auf Grund unseres kleinen Kaders sowieso. Es kann doch nicht sein dass bei uns dies die 21-jährigen Bires und Hildebrand oder bei den Verteidigern ein 20-jähriger Kaisler oder ein 19-jähriger Granz übernehmen müssen. Jedenfalls ist von uns weder ein Stürmer noch ein Verteidiger unter den Top-20 der Liga vertreten, diese Tore fehlen uns enorm zur Konkurrenz.

Also könnte man mit der diesjährigen Mannschaft größtenteils in die neue Saison starten?

Mit dem Austausch von 2 Spielern und der Verpflichtung von 3 Spitzenspielern, absolut, aber die Spieler haben Angebote aus der DEL 2 und von der Konkurrenz zu wesentlich besseren Konditionen. Das Preis-Leistungsverhältnis bei uns ist jedenfalls vollkommen ausgereizt. Da gewisse ahnungslose Leute aber immer wieder von diesen gewissen Top-Spielern träumen und sprechen, können sie jetzt ja mal zeigen was sie können. Die Spieler dafür habe ich, aber sie wollen auch wie bei der Konkurrenz bezahlt werden. Ich lass mich überraschen ob der Gönner auf dem weißen Schimmel bei uns einreitet…….wenn nicht, einfach mal den Mund halten und der Realität ins Auge schauen.

Sie haben neben Andrej Bires und Michal Velecky mit Nardo Nagtzaam einen weiteren Import Spieler verpflichtet, wie verfahren Sie da?

Wir sind im Leistungssport und damit nach dem Leistungsprinzip, das heißt wenn alle gesund sind, spielen die besten beiden und besten Beiden sind die, die für die Mannschaft am Besten sind und nicht am auffälligsten für die Galerie. Des Weiteren sind wir im Profisport, das heißt, jeder bekommt seine Bezahlung und zwar pünktlich, also erwarten wir auch die entsprechende Gegenleistung, kein Vertrag ist eine Einbahnstraße und Importspieler müssen sich genau wie Deutsche der Konkurrenz stellen, es sei denn sie funktionieren ohne entsprechende Konkurrenz. Michal Velecky haben wir 8 Vorbereitungsspiele und 22 Meisterschaftsspiele, als die halbe Saison, die Chance gegeben und ich kann Statistiken lesen. Er hat in Tilburg eine weitere Chance bekommen und wird auch am Wochenende wieder seine Chance bekommen und ich wünsche mir sehnlichst, dass er sie nutzt, damit er dem Team entsprechend helfen kann.

Wie sieht es mit der Verletzung von Veit Holzmann aus und sind weitere Neuzugänge zu erwarten?

Veit ist in guter ärztlicher Behandlung. Arzt und Spieler bestätigen das in den Griff zu bekommen. Wie gesagt, der Arzt weiß was er tut und Veit ist ein harter Hund, da warten wir mal genau ab.

Spektakuläre Dinge wird es bei uns nicht geben, der Markt ist leer und wenn für uns wirtschaftlich nicht erschwinglich. Wir hoffen weiter auf Förderlizenzspieler und gehen damit unseren Weg.

Dieser Weg wird von Nachwuchs-Experten aus dem DNL-Bereich sehr gelobt, die eine enorme Weiterentwicklung ihrer ehemaligen DNL-Spieler sehen.

Sehen Sie, ich bin jemand der fürs Deutsche Eishockey denkt. Für mich ist die Oberliga eine reine Ausbildungsliga, wo sollen den DNL-Spieler, die nicht direkt zum Stammpersonal der DEL oder DEL 2 gehören, ausgebildet werden, wenn nicht in der Oberliga. Selbstverständlich muss man den jungen Spielern auch erfahrenere Spieler und Importspieler alleine schon als Orientierung an die Hand geben.

Wenn man aufsteigen will muss man natürlich mit routinierten Top-Spielern arbeiten, das können sie mit vielen jungen Spielern, die einfach noch nicht soweit sind, nicht erreichen. Aber alle anderen müssten eigentlich auf junge Spieler setzen um noch was fürs Deutsche Eishockey zu tun. Da man aber selbst in der Oberliga wirtschaftliche Zwänge hat und Entscheidungsträgern und Zuschauern wichtiger ist, einige Plätze in der Tabelle höher zu stehen als deutsche junge Spieler auszubilden, bleibt es wohl unrealisierbar.

Die Moskitos-Dauerkarte für die Meisterrunde

Sieben Spiele bezahlen, acht gucken - wollt Ihr das? Die Wohnbau Moskitos bieten die sogenannte ‚Dauerkarte light‘ speziell für die sieben Heimspiele in der Meisterrunde an. D.h. Ihr bezahlt sieben Heimspiele und seht das erste Play Off- ODER Pre Play Off-Spiel umsonst.

Kosten? Ja sicher kostet das auch etwas. Ihr zahlt den regulären Preis für sieben Heimspiele (Steh- oder Sitzplatz, Familienkarte ausgenommen) und habt das erste Highlight umsonst. Wenn Ihr das möchtet, schlagt schnell zu. Die Karten sind bis Freitagabend online über unser Ticketreservierungssystem bestellbar.

Abgeholt werden kann die Dauerkarte light am Sonntag, wenn wir uns zum ersten Knaller gegen Halle sehen, an der Hauptkasse. Aufgrund der Kürze der Zeit bis zum ersten Spiel ist nur eine Barzahlung bei Kartenabholung möglich.

Wichtiger Hinweis: Für Inhaber der regulären Saison-Dauerkarte besteht kein Handlungsbedarf, darin sind ALLE Heimspiele der Meisterrunde enthalten!

Moskitos nur 2. Sieger in Herne

Wohnbau Moskitos Cheftrainer Frank Gentges bemängelte in der Pressekonferenz die fehlende Finalität bei seinem Team. In der Tat waren die Herner in einem guten Derby die wachere Mannschaft mit etwas größerem Torinstinkt. Bereits nach gut zwei Minuten musste Sebastian Staudt zum ersten Mal hinter sich greifen. Sam Verelst stand mutterseelenalleine vor dem Essener Tor, die Herner hatten bei angezeigter Strafe gegen die Moskitos den sechsten Feldspieler gebracht, und gegen den platzierten Schuss war der Essener Keeper machtlos. Es entwickelte sich vor der guten Derbykulisse von 3.287 Zuschauern ein offenes Spiel bei dem die Herner optisch etwas mehr vom Spiel hatten. Kurz bevor es dann zur ersten Pausen ging setzt sich Christoph Ziolkowski jedoch schön durch, passt zu Julian Lautenschlager und dieses Mal ist Michel Weidekamp geschlagen.

Allerdings bleibt den Wohnbau Moskitos nicht ganz so lange Grund zur Freude. In der 23. Minute ist erneut in Herner Überzahl Aaron McLeod zur Stelle und bringt seine Farben erneut in Führung. Die nächste Zeit war nicht unbedingt die Zeit der Torhüter, zunächst lässt Michel Weidekamp einen vergleichsweise leichten Schuss von Jan Barta zum erneuten Ausgleich reinrutschen. Dann, etwa drei Minuten später, ist es Sebastian Staudt der bei einem Schuss von Christian Nieberle nicht so gut aussieht. 50 Sekunden vor der zweiten Pause machte Herne im Grunde dann den Sack zu, Brad Snetsinger schaltete am Schnellsten und erhöhte auf 4:2.

Die Wohnbau Moskitos hatten auch in den letzten 20 Minuten durchaus ihre Chancen. Gut dreieinhalb Minuten vor dem Ende der Begegnung nahm Frank Gentges dann seinen Keeper vom Eis, wollte so versuchen noch das Blatt zu wenden, aber es blieb beim 4:2. In seinem Statement sagte der Cheftrainer der Wohnbau Moskitos: „Es war ein gutes und enges Derby vor großer Kulisse. Im ersten und letzten Drittel war das Spiel ausgeglichen, im zweiten Drittel haben wir defensiv zwei Fehler und zwei Strafen zu viel gemacht. Wir hatten ausreichend Möglichkeiten das Spiel zu drehen, leider jedoch ohne Finalität. Bei Herne haben die Top-Spieler eben die Tore und damit den Unterschied gemacht.“

Tore: 1:0 (2:36) Verelst (Ackers, Snetsinger, 6) 1:1 (18:11) Lautenschlager (Ziolkowski, Niederberger) 2:1 (22:42) McLeod (Snetsinger, Kreuzmann, PP1) 2:2 (29:10) Barta (Bires, Hildebrand) 3:2 (32:17) Nieberle (Schneider, Maas) 4:2 (39:10) Snetsinger (Richter) – Strafen: Herne: 10 – Essen: 6 – Schiedsrichter: Kowert, Andreas (K. Jürgens, D. Kontny) – Zuschauer: 3.287 – Schüsse auf das Tor: 41 zu 33

Wohnbau Moskitos siegen glatt gegen FASS

Mit einem glatten 9:1 (2:0, 3:0, 4:1) Sieg gegen den Tabellenletzten FASS Berlin beenden die Wohnbau Moskitos die Hauptrunde, was die Heimspiele betrifft. Das Team von Frank Gentges mit Neuzugang Veit Holzmann neben Robin Slanina und Nardo Nagtzaam, auch die durch einen Virus angeschlagenen Dennis Thielsch, Andrej Bires, Hagen Kaisler und Nico Ehmann waren dabei. Passen mussten Dominik Patocka und Julian Lautenschlager, Benedict Roßberg durfte wieder mal im Tor beginnen und hätte fast einen Shutout gelandet.

Die Moskitos begannen durchaus druckvoll, mussten sich vor 649 Zuschauern aber gedulden bis Tore zu bejubeln waren. Zunächst zeichnete Dennis Thielsch für die ersten beiden Treffer verantwortlich, einen Pass von Werner Hartmann fälschte er zum umjubelten Führungstreffer ab. Und kurz vor der ersten Pause lupfte er aus ganz spitzem Winkel den Puck unter die Latte des von Ole Swolensky gehüteten Tores. Zu allem Überfluss mussten die Gäste, die ohnehin nur mit 13 Feldspielern und zwei Torhütern angereist waren, ab der 19. Spielminute auf Tom Fiedler verzichten. Schiedsrichter Eugen Berger hatte auf 5 plus Spieldauerstrafe entschieden wegen hohen Stocks. Im zweiten Drittel war es dann endlich soweit, Neuzugang Veit Holzmann durfte seinen ersten Treffer im Essener Trikot feiern, einen feinen Pass von Nardo Nagtzaam drückte der Neu-Moskito ein.

Weiter ging es dann mit den Slanina-Festspielen, zunächst gab es eine angezeigte Strafe gegen Berlin, Frank Gentges hatte den sechsten Spieler auf dem Eis und die Reihe Holzmann, Nagtzaam, Slanina schlug direkt zu. Bevor es in die zweite Pause ging traf die Nummer #71 der Moskitos erneut, dieses Mal auf ein schönes Zuspiel von Kapitän Gejerhos. Treffer Nummer drei folgte dann in der 45. Spielminute, wieder war es Nagtzaam der die Vorlage gab, Robin Slanina erzielte das 6:0. Und dann versaute Oliver Duris dem Keeper der Moskitos, Benedict Roßberg, doch noch den Shutout. Irgendwie brachte er den Puck am Keeper der Essener vorbei zum zwischenzeitlichen 6:1.

Neuzugang Veit Holzmann musste da bereits zuschauen, nach einem Zusammenprall verletzte sich der neue Essener Stürmer an der Schulter und fällt erst mal aus. Die Moskitos machten aber weiter, Leon Niederberger nun an der Seite von Nagtzaam und Slanina konnte das 7:1 markieren. Beim 8:1 war es dann Niederberger, der den entscheidenden Pass auf Slanina gab, damit Slanina seinen vierten Treffer an diesem Abend erzielen konnte. Schöner Treffer dann noch kurz vor dem Ende, aus dem Halbfeld vor dem Tor hämmert Christoph Ziolkowski die Scheibe zum Endstand ins Netz.

Zufrieden, aber auch besorgt gab sich Chefcoach Frank Gentges in seinem Statement: „Der Sieg war nie in Gefahr und auch in der Höhe verdient. Von den am Virus erkrankten Spielern haben alle bei denen es einigermaßen ging gespielt. Auch wenn natürlich bei einigen die Kraft gefehlt hat. Bei Dominik Patocka und Julian Lautenschlager war nichts zu machen. Danke an Bad Nauheim, die uns trotz eigener Ausfälle kurzfristig noch Marius Erk zur Verfügung gestellt haben. Bei Neuzugang Veit Holzmann brach schon beim Warmlaufen eine alte Schulterverletzung auf, von der uns nichts bekannt ist, und ihn nach dem zweiten Drittel zur Aufgabe zwang. Hier will ich umgehend eine genaue Diagnose.“

Tore: 1:0 (10:31) Thielsch (Hartmann, Ziolkowski) 2:0 (18:56) Thielsch (Ziolkowski, Ehmann, PP1) 3:0 (22:16) Holzmann (Nagtzaam, Gejerhos, PP1) 4:0 (26:55) Slanina (Nagtzaam, Holzmann, 6) 5:0 (39:02) Slanina (Gejerhos, Holzmann) 6:0 (44:44) Slanina (Nagtzaam, Erk) 6:1 (50:00) Duris (Timm, PP1) 7:1 (55:21) Niederberger (Nagtzaam, Slanina) 8:1 (58:36) Slanina (Niederberger, Nagtzaam) 9:1 (59:47) Ziolkowski (Thielsch, Granz) – Strafen: Essen: 8 plus 10 Eickmann – FASS Berlin: 4 plus 5 plus 20 Fiedler – Schiedsrichter: Berger, Eugen (D. Borger, J. Schäfer) – Zuschauer: 649 – Schüsse auf das Tor: 56 zu 18

Wohnbau Moskitos verpflichten Veit Holzmann

Die Wohnbau Moskitos haben noch einmal auf die Abgänge diverser Spieler reagiert und Veit Holzmann von den Preussen Berlin verpflichtet. Cheftrainer und Sportmanager Frank Gentges sagt in seinem Statement zur Verpflichtung des Stürmers: „Wir haben nur 16 Spieler im Kader, das ist effektiv zu wenig, insbesondere da wir keinen Einfluss auf Förderlizenzspieler haben. An Veit Holzmann waren wir vor einigen Wochen schon mal dran, zu diesem Zeitpunkt wollte er unbedingt in Berlin bleiben und die Saison dort zu Ende spielen. Jetzt, nach den akuten Ereignissen in Berlin haben wir erneut Kontakt aufgenommen und alles ging sehr schnell und reibungslos. Veit Holzmann wird unserer Mannschaft bestimmt weiterhelfen können.“

Veit Holzmann wurde am 01. März 1992 in Berlin geboren, verbrachte einen großen Teil seiner sportlichen Ausbildung im Nachwuchs des EV Füssen und des SC Riessersee. In der Saison 2010/2011 wurde er deutscher Meister bei den Junioren. Drei Spiele in der DEL beim EHC München, 47 in der 2. Bundesliga in Dresden. In der Oberliga war der neue Stürmer der Moskitos bereits für Füssen, Chemnitz, Bayreuth, Weiden und den Preussen Berlin am Schläger. Bis zu dem Zeitpunkt als er in Berlin nicht mehr spielte, war Veit Holzmann der Topstürmer der Preussen. Veit Holzmann ist 181 cm groß und wiegt 86 kg, er wird das Trikot mit der Rückennummer #53 tragen. Aller Voraussicht nach wird Veit Holzmann am Freitag gegen FASS Berlin zum ersten Mal für die Moskitos auflaufen können.

Die Wohnbau Moskitos heißen Veit Holzmann an seiner neuen Wirkungsstätte herzlich Willkommen. Viel sportlichen Erfolg und alles Gute im Trikot der Moskitos.

Hauptrunde endet mit einem Knaller

Das Kontrastprogramm bei den Wohnbau Moskitos könnte am kommenden Wochenende nicht größer sein. Zunächst gastiert im letzten Heimspiel der Hauptrunde der Tabellenletzte am Essener Westbahnhof. Am Freitag, 06. Januar um 20:00 Uhr kommen die Akademiker von FASS Berlin nach Essen, ein Spiel bei dem ein Sieg eigentlich zur Pflicht wird. Ungleich schwerer wird es für die Truppe von Frank Gentges dann am Sonntag. Letztes Spiel der Hauptrunde, beim Tabellenersten der Runde. Um 18:30 Uhr dürfen Barta, Staudt und Co. dann versuchen im prestigeträchtigen Derby am Herner Gysenberg den Meister der Hauptrunde zu ärgern.

Das Ziel der Akademiker wurde mit dem Klassenerhalt über den 14. Tabellenplatz ausgegeben, nach der Vorrunde ist das Team aus Berlin Wedding mit sieben Punkten hinter den Hannover Scorpions ziemlich abgeschlagen Tabellenletzter. Dieser Umstand hat die Verantwortlichen im Laufe der letzten Woche zum Handeln veranlasst. Oliver Miethke, seit 2015 als Headcoach bei den Berlinern aktiv tritt von der Bande zurück, neuer Cheftrainer bei FASS Berlin ist Doug Kacharvich. Miethke bleibt allerdings bei den Akademikern und wird den neuen Trainer als General Manager unterstützen. Schaut man sich die Scorerliste der Berliner an, fällt auf, dass für die großen Sprünge in der Tabelle auch die Spieler fehlen. Bester Torjäger im Kader ist mit immerhin 14 Treffern derzeit immer noch Tom Fiedler.

Ungleich schwerer dürfte die Aufgabe am kommenden Sonntag werden. Derbys gegen den Herner EV sind in den letzten Jahren oft ein wenig wie eine Wundertüte gewesen, mal hatte das eine Team die Nase am Ende vorne, mal das andere Team. In dieser Saison haben sich die Gysenberger aber bisher souverän an der Tabellenspitze der Hauptrunde behauptet, führen aktuell die Tabelle mit komfortablen 10 Punkten Vorsprung vor Tilburg an. Das Hinspiel am Essener Westbahnhof ging äußerst knapp aus, am Ende nutzten die Gäste zwei Strafzeiten um die Führung der Wohnbau Moskitos im letzten Drittel noch in einen Auswärtssieg umzuwandeln. Alleine schon aus dieser Tatsache haben die Wohnbau Moskitos noch eine Rechnung mit dem ewigen Rivalen offen. Brad Snetsinger, Aaron McLeod, Sam Verelst, das sind kurz zusammengefasst die gefährlichsten Akteure im Kader von Coach Frank Petrozza, gelingt es den Wohnbau Moskitos diese drei weitgehend zu neutralisieren, könnte auch am Gysenberg etwas möglich sein.

Leider hat es das Team von Cheftrainer Frank Gentges auch gesundheitlich erwischt. Im Team grassiert derzeit ein Virus, erst hatte es Andrej Bires erwischt, dann Hagen Kaisler und Dominik Patocka. Nico Ehmann ist auch betroffen und es steht zu befürchten, dass es noch mehr Spieler erwischen könnte. Nicht genug damit, auch Kooperationspartner Bad Nauheim hat aktuell so einige kranke und verletzte Spieler, so dass die Moskitos wohl auch noch auf Förderlizenzspieler verzichten müssen. Bei einer Stärke von 16 Spielern im Kader wiegen die Ausfälle also vor dem letzten Hauptrundenwochenende doppelt schwer.

Verdiente Niederlage in Holland

„Wenn wir Tilburg schlagen wollen, bei denen zuhause, dann muss bei uns alles stimmen und wir müssen alle Spieler fit haben“, sagte Cheftrainer Frank Gentges in der Pressekonferenz nach dem Spiel bei den Tilburg Trappers. Im letzten Spiel des Jahres 2016 kassierten die Wohnbau Moskitos eine durchaus verdiente 3:0 (2:0, 0:0, 1:0) Niederlage bei den Trappers. Das Team vom Westbahnhof musste ohne Drei auskommen, Hildebrand (Gehirnerschütterung), Bires (Grippe) und Niederberger (Knie) fehlten, dafür rückte Michal Velecky wieder in den Kader.

Die Trappers begannen druckvoll und den Moskitos blieb speziell im ersten Abschnitt oft das Nachsehen. Vor ausverkauftem Haus und unter den Augen von etwa 250 mitgereisten Essener Fans offenbarten sich dann doch so einige Defizite im Essener Spiel. Michal Velecky fand über die kompletten 60 Minuten nie so recht die Bindung zum Team, die zuletzt oft sehr gelobte Defensive war einige Male überrascht von der Geschwindigkeit, mit der die Trappers ihre Angriffe vortrugen. Und im Sturm fehlte vor allem durch Hildebrand und Bires das überraschende Moment um Ian Meierdres im Tor der Holländer zu überraschen. Bereits in der vierten Spielminute der Rückstand, als Ivy van der Heuvel von rechts recht unbedrängt ins Essener Drittel fahren kann, Kilian van Gorp ist links mutterseelenalleine und Sebastian Staudt mit einem trockenen Schuss zum ersten Mal überwunden. Die Trappers drückten weiter und erspielten sich ihre Chancen, neunte Spielminute, Julian Lautenschlager sitzt eine von zwei Essener Strafzeiten ab, und der Topscorer der Niederländer, Justin Larson trifft aus kurzer Distanz zum 2:0.

Frank Gentges wird sicherlich in der ersten Pause einige Worte gefunden haben und sein Team kam in den zweiten 20 Minuten auch besser ins Spiel. Die ganz großen Chancen waren es nicht, doch es hätte durchaus mal ein Puck ins Tor der Trappers rutschen dürfen, tat er aber nicht und so ging es mit dem gleichen Ergebnis in das letzte Drittel. Knapp fünf Minuten waren hier gespielt, da stellte Hauptschiedsrichter Schrader hinter dem Essener Tor ein Loch im Eis fest. Erste Versuche das Loch zu flicken scheiterten, es kam wohl auch ein Teil der Untereiswerbung hoch und so schickte Schrader beide Teams erst mal für 20 Minuten in die Kabine. Es dauerte am Ende etwa 45 Minuten bis es weitergehen konnte. Irgendwie hatten beide Teams aber nun die klare Linie verloren, der Rest des Spiels ging irgendwie so dahin. Tilburg erzielte noch das 3:0 durch Levi Houkes und Frank Gentges sagte in seinem Statement: „Um gegen Tilburg zu gewinnen, insbesondere in Tilburg vor ausverkauftem Haus, muss bei uns alles passen und Tilburg darf keinen guten Tag erwischen. Wir haben bis auf wenige Fehler gut gespielt, aber das Fehlen unserer beiden Topscorer Andrej Bires und Niklas Hildebrand war nicht zu kompensieren. Obendrein musste auch Leon Niederberger wegen Knieproblemen pausieren.“

Tore: 1:0 (3:42) van Gorp (van de Heuvel, Bastings) 2:0 (8:20) Larson (van Oorschot, Hagemeijer, PP1) 3:0 (54:05) Houkes (de Bonth, de Hondt) – Strafen: Tilburg: 6 – Essen: 4 – Schiedsrichter: Schrader, André (S. Wentingmann, T. Zerbe) – Zuschauer: 2.500 (Ausverkauft) – Schüsse auf das Tor: 42 zu 29

Protest zurückgezogen

Bestätigen können die Wohnbau Moskitos das, was Nachbar Füchse Duisburg und andere bereits gestern gemeldet hatten. Die Wohnbau Moskitos haben den Protest gegen die Wertung des Spiels in Duisburg zurückgezogen. Das Spielgericht des DEB hatte den Wohnbau Moskitos über ihren Anwalt signalisiert, dass der Protest in der Verhandlung am 05.01. keine Aussicht auf Erfolg haben würde.

Einen guten Rutsch und alles Gute im neuen Jahr Euch/Ihnen allen

Die Moskitos wünschen allen Fans, allen Pressevertretern, unseren Sponsoren und Gönnern, allen Helfern und Freunden mit ihren Familien und Freunden einen guten Rutsch ins neue Jahr, verbunden mit den besten Wünschen für 2017. Auch unserer Mannschaft und unserem Trainer, den Helfern um das Team, mit euren Familien und Freunden ein einen guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr.

„Das war für mich schon Play Off Eishockey“

Wohnbau Moskitos Cheftrainer Frank Gentges brachte es in der Pressekonferenz ziemlich genau auf den Punkt: „Für mich war es ein Play Off Spiel heute, so intensives Eishockey, körperbetontes Eishockey, zwei sehr fitte, gut eingestellte Mannschaften, da war jeder Millimeter auf dem Eis bestimmt. Da muss ich aber auch den Hut ziehen vor meiner Truppe, wir haben gar nichts zugelassen, wir haben jetzt vier Gegentore in den letzten fünf oder sechs Spielen bekommen, ich wüsste nicht wo wir da noch eine Schüppe drauflegen sollen. Leider haben wir Hildebrand verloren, der hat eine schwere Gehirnerschütterung.“

Die Indianer waren von Beginn an auf dem Kriegspfad, man merkte dem Team von Tobias Stolikowski ab der ersten Minute an, dass sie sich noch in einem heftigen Kampf mit den Wedemark Scorpions um Platz acht befinden. Sebastian Staudt im Gehäuse der Stechmücken wurde sofort warmgeschossen und die Abwehr von Frank Gentges war direkt gefordert. Doch so nach sechs, sieben Minuten verflachte der erste Angriffswirbel der Gäste, die Wohnbau Moskitos wurden sicherer, bekamen das Spiel etwas besser in den Griff. Es wurde aber auch etwas ruppiger, bei einer Auseinandersetzung zwischen Leon Niederberger und Robert Peleikis blieb der Essener zwar Punktsieger, beide wanderten jedoch für 2+2+10 auf die Strafbank. Dann wanderte Dennis Thielsch wegen eines Stockschlags in die Kühlbox und es wurde erneut brenzlig vor Staudt, doch mit dem Ende der Strafe schallte der erste Torjubel durch die Eissporthalle. Werner Hartmann schickte aus dem eigenen Drittel Christoph Ziolkowski auf die Reise, der setzte sich auf rechts gekonnt durch und verlud auch noch Niklas Deske im Tor der Indians. Jetzt waren die Wohnbau Moskito richtig im Spiel, zeigten einige schöne Spielzüge und 79 Sekunden nach dem 1:0 wurde es ruhig unter den etwa 250 mitgereisten Fans aus Hannover. Nardo Nagtzaam kurvt von rechts ins Drittel der Indians, am langen Pfosten steht Robin Slanina mutterseelenalleine, ein guter Pass, 2:0.

Tobias Stolikowski, der Trainer der Indians sagte später in der Pressekonferenz: „In den letzten fünf Minuten des ersten Drittels haben wir das Spiel verloren, da hat Essen zwei Tore geschossen, da haben wir einen Fehlpass gemacht, das hat Essen gut gelesen. Tja, und da sind wir dann 40 Minuten hinterhergelaufen.“ Die 40 Minuten, von denen Tobias Stolikowski sprach, begannen für die Moskitos in Überzahl, Artur Grass hatte zum Ende des ersten Drittel eine 5 plus Spieldauerstrafe wegen eines Stockschlags kassiert. Die Moskitos kombinierten auch ganz gefällig, doch ins Tor wollte der Puck nicht. Mit der Sicherheit der 2:0 Führung im Rücken verwalteten die Moskitos das Spiel zunächst, ließen nach hinten wenig bis gar nichts zu und versuchten nach vorne den ein oder anderen Stich zu setzen.

So setzte sich das Spiel über die restliche Spielzeit fort, die Gäste mussten unbedingt punkten, rannten sich aber immer wieder in der gut stehenden Defensive der Wohnbau Moskitos fest. Und die Moskitos, sie ließen Puck und Gegner laufen und warteten ihrerseits auf die Chance den Sack endgültig zuzumachen. Vier Minuten vor dem Ende musste Julian Lautenschlager noch einmal auf die Strafbank, zwei gefährliche Minuten. Die Gäste nahmen zwar eine Auszeit, doch das ganz große Risiko wagten die Indians nicht, Niklas Deske blieb auf dem Eis. Und Sebastian Staudt merkte man nun in jeder Situation an, dass er jetzt den Shutout auch unbedingt wollte. Die Wohnbau Moskitos sind mit dem Sieg weiter Vierter in der Tabelle und mit einem Punkt Rückstand auf Schlagdistanz zu Duisburg, aber auch dem Gegner am morgigen Freitag, den Tilburg Trappers.

Tore: 1:0 (17:27) Ziolkowski (Hartmann, Ehmann) 2:0 (18:46) Slanina (Nagtzaam, Barta) – Strafen: Essen: 10 plus 10 Niederberger – Indians: 12 plus 10 Peleikis plus 5 plus Spieldauer Grass – Schiedsrichter: Kowert, Andreas (A. Klaffki, N. Neutzer – Zuschauer: 1.176 – Schüsse aufs Tor: 37 zu 34

Die Infos noch aus der Kabine für das Spiel morgen in Tilburg: Niklas Hildebrand (Gehirnerschütterung) und Andrej Bires (krank) faallen aus. Dafür wird Michal Velecky wieder zum Schläger greifen.

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